Die Bedeutung von von Domains hat sich im Laufe der Jahrzehnte verändert. Dennoch stehen auch heute Webseitenbetreiber vor der Frage, welcher Domainname mit welcher Endung (Top Level Domain) registriert werden sollte.

 

Schließlich ist dieser Registrierungsprozess in aller Regel kostenpflichtig. Es gab und gibt kostenlos registrierbare Domainnamen, die sogar anonym registriert werden können. Solche Top LEvel Domains gerieten schnell in Verruf, weil sie für kriminelle Zwecke missbraucht worden sind. 

 

In der Phase des schnellen Wachstums des World Wide Webs in den späten 1990er und frühen 2000er Jahren waren Domainnamen für den wirtschaftlichen Erfolg eines Webprojekts möglicherweise wichtiger als heute: Da das World Wide Web keine zentrale Registrierung oder Katalogisierung von Angeboten kennt, war die Navigation durch das immer unübersichtlichere Angebot sehr schwer. Zunächst füllten Webkataloge und Verzeichnisse diese Lücke.

 

Eingängig, leicht zu merken

 

Als Webseitenbetreiber war man darauf angewiesen, einen möglichst eingängigen und leicht zu merkenden Domainnamen zu nutzen, damit die User die Domain direkt in die Adresszeile des Browser eingeben konnten, um auf einer Webseite zu landen. In dieser Zeit war es ein Glücksfall, einen "sprechenden" Domainnamen wie "auto.de" zu registrieren, da viele Webuser bei ihrer Informationssuche einfach auch durch Versuch und Irrtum mehr oder weniger systematisch entsprechende Begriffe durchprobierten, um wie in diesem Beispiel Informationen zum Thema "Auto" zu finden.

 

Eine weitere Suchstrategie war das "Surfen" von einer thematisch passenden Seite zur anderen über die Hyperlinks. Das "Durchhangeln" zur gesuchten Information war durchaus charakteristisch für das Userverhalten in dieser Zeit.

 

Es entstand ein recht florierender Markt mit mehr oder weniger attraktiven Domainnamen. Domainnamen wurden zu hohen Preisen gehandelt. Viele versuchten aus rein spekulativen Gründen möglichst viele Domainnamen auf Vorrat zu registrieren, um sie dann später vielleicht wieder zu einem hohen Preis weiterzuverkaufen. Es entstand sogar eine Szene, die aktiv versucht hat, attraktive Domains unter Ausnutzung von Lücken im Registrierungssystem zu übernehmen.

 

Besonders wenn die Standardregistrierperiode von einem Jahr auslief, wurden Domaingrabber aktiv. Beliebt war auch, sogenannte "Vertipperdomains" zu registrieren, denn bei der direkten Eingabe eines Domainnamens in die Adresszeile des Browsers machten viele Menschen naturgemäß oft die gleichen typischen Fehler. So konnte man einigen Traffic abfangen und auf ein eigenes Projekt leiten.

 

Heute spielt die Direkteingabe eines Domainnamens zum Aufsuchen einer Webpräsenz fast schon eine untergeordnete Rolle. Dies ist der rasant gestiegenen Leistungsfähigkeit von Suchmaschinen zu verdanken. Diese orientieren sich zunehmend weniger an der Begrifflichkeit im Domainnamen als am Inhalt.

 

Dennoch kann die Wahl der Top Level Domain kritisch sein: Vertraut die Zielgruppe auf das Kürzel hinter dem Punkt? Kann sich der normale User die Bedeutung erklären? Passt das, was die Top Level Domain signalisiert zum Webangebot?

 

Die "richtige Domain" zu finden fällt also in das Gebiet Marketing. 

 

  • Domainnamen sollten kurz und prägnant sein. Je kürzer der Name, desto besser. Kurze Domains sind leichter zu merken, einfacher einzutippen und weniger anfällig für Tippfehler.

  • Sie sollten einfach, also ohne Zweifel zu erzegen, zu schreiben und auszusprechen sein. Es lohnt sich, komplizierte Schreibweisen, Fachjargon oder mehrdeutige Begriffe zu vermeiden. Ein guter Test ist die "Sprechprobe": Lässt sich der Name problemlos am Telefon oder in der Sprachnachricht diktieren, ohne ihn buchstabieren zu müssen?

  • Einprägsame und einzigartige Domainnamen bringen Vorteile. Sie sollten sich von der Konkurrenz abheben und einen hohen Wiedererkennungswert haben. Kreative oder markenfähige Namen sind hier oft von Vorteil, solange sie gut kommunizierbar sind.

  • Domainnamen müssen zum Inhalt oder zur Marke passen. Jeder sollte idealerweise sofort einen direkten Bezug zum Unternehmen oder zum Produkt beziehungsweise zum Thema der Website erkennen. Das schafft Klarheit und Vertrauen.

  • Umlaute, Zahlen und Bindestriche sollte man immer noch vermeiden. Umlaute wie ä, ö, ü sind technisch möglich, aber sie können international und bei E-Mail-Adressen zu Problemen führen. Wenn Umlaute im Domainnamen wichtig sind (wegen einer Marke zum Beispiel), sollte der Markeninhaber auch die Version ohne Umlaute registrieren. Zahlen und Bindestriche schaffen zwar keine technischen Hürden, aber können Zweifel entstehen lassen. Sie machen den Namen komplizierter und schwerer zu kommunizieren. Ein Bindestrich kann leicht vergessen werden, und Zahlen können Verwirrung stiften bei der Frage, ob man die Zahl ausschreiben soll oder nur eine Ziffer verwenden soll.

Wenn du eine neue Domain registrieren möchtest, gibt es eine Reihe von bewährten Tipps, die dir helfen, einen passenden, effektiven und rechtssicheren Namen für dein Online-Projekt zu finden. Diese Ratschläge lassen sich in vier Hauptbereiche unterteilen: Name, Domain-Endung, rechtliche Aspekte und strategische Überlegungen.

 

Hier sind die landläufigen Tipps im Detail

 

Die Wahl des richtigen Namens
 

Der Name ist das Herzstück deiner Domain. Er sollte sorgfältig gewählt werden, damit er im Gedächtnis bleibt und zu deinem Vorhaben passt.

Kurz und prägnant

Je kürzer der Name, desto besser. Kurze Domains sind leichter zu merken, einfacher einzutippen und weniger anfällig für Tippfehler.
Einfach zu schreiben und auszusprechen: Vermeide komplizierte Schreibweisen, Fachjargon oder zweideutige Begriffe. Ein guter Test ist die "Radio-Probe": Lässt sich der Name problemlos am Telefon oder im Radio diktieren, ohne ihn buchstabieren zu müssen?


Einprägsam und einzigartig

Deine Domain sollte sich von der Konkurrenz abheben und einen hohen Wiedererkennungswert haben. Kreative oder markenfähige Namen sind hier oft von Vorteil.
Passend zum Inhalt oder zur Marke: Der Name sollte idealerweise einen direkten Bezug zu deinem Unternehmen, deinem Produkt oder dem Thema deiner Website haben. Das schafft Klarheit und Vertrauen.


Vermeide Umlaute, Zahlen und Bindestriche

Umlaute (ä, ö, ü): Sie können international und bei E-Mail-Adressen zu Problemen führen. Wenn du eine Umlaut-Domain wählst, sichere dir auch die Version ohne Umlaute (z.B. schoen.de und schoen.de).


Zahlen und Bindestriche: Sie machen den Namen komplizierter und schwerer zu kommunizieren. Ein Bindestrich kann leicht vergessen werden, und Zahlen können Verwirrung stiften (schreibt man "sieben" oder "7"?).

 

Außerdem stellt sich die Frage der passenden Domain-Endung (TLD). Die Endung eines Domainnamens (Top-Level-Domain) hat geografische und inhaltliche Signalwirkung.

 

Die Endung .de ist nach wie vor die erste Wahl für Projekte, die sich an ein deutsches Publikum richten. Im deutschsprachigen Raum schafft .de wohl das meiste Vertrauen. International gesehen ist .com sicherlich die weltweit bekannteste und vertrauenswürdigste Endung und signalisiert internationale oder englischsprachige Inhalte.

 

Thematische Endungen (nTLDs) können vorteilhaft sein. Dazu gehören TLDs wie .shop, .blog, .berlin oder .photography. Diese kommunizieren den Charakter oder Zweck einer Website. Sie sind eine gute Alternative, wenn ein Domainname unter .de oder .com bereits vergeben ist.

 

Aandere klassische generische Endungen sind .org, was traditionell für Organisationen und gemeinnützige Vereine gerne verwendet wird. Die TLD .net wird oft als Alternative zu .com genutzt, war aber ursprünglich für Netzwerkanbieter gedacht.
 

Rechtliche Aspekte prüfen

Sehr wichtig ist es, ob ein zu registrierender Domainname bereits als Marke eingetragen ist. Dies lässt sich beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA) und im europäischen Markenregister (EUIPO) recherchieren. Außerdem sollte man keine Domainnamen registrieren, die den Namen bekannter Personen, Unternehmen oder Medientitel enthalten. Das gilt auch für Domainnamen, die bestehenden Domains ähnlich sind (Verwechslungsgefahr) oder sogar darauf abzielen, von deren Bekanntheit zu profitieren. Dazu gehören die sogenannten Vertipper-Domains. 

 

Social-Media hat in der digitalen Kommunikation hohe Bedeutung erlang. Insofern ist es ratsam zu prüfen, ob der gewünschte Name auch auf den relevanten Social-Media-Plattformen (Instagram, Facebook, X etc.) frei ist, um einen konsistenten Markenauftritt zu gewährleisten. 

 

Wer eine etablierte Marke online schützen will, sollte überlegen, mehrere Varianten zu registrieren, insbesodnere unter verschiedenen Top Level Domains oder in unterschiedlichen Schreibweisen, etwa mit und ohne Bindestrich. 

 

Man sollte dabei aber bedenken, dass die Registrierung jedes Domainnamens Kosten generiert. Manche Domainendungen sind sogar überaus kostenintensiv.